• Schwarz Facebook Icon

© 2019 ATAZ München, Erzgießereistraße 48, 80335 München

F. M. Alexander

Frederick Matthias Alexander (1869–1955) entdeckte, welchen fundamentalen Einfluss die Beziehung zwischen Kopf, Hals und Rücken auf das Funktionieren und den Gebrauch des Selbst hat.

 

Was ist die

ALEXANDER-TECHNIK

Die Alexander-Technik fördert die Eigenwahrnehmung, leichtes Bewegen und freies Atmen. Sie ist ein Weg zu mehr Gelassenheit und Selbstbestimmung.

Menschliches Leben ist geprägt von vielfältigen Anpassungen an selbstgewählte und vorgegebene Umstände. Dabei strebt man nach Erfüllung, Anerkennung, Sicherheit und Sinn. Nicht nur wenn etwas vorsätzlich erlernt werden soll, sondern auch im alltäglichen Leben müssen Wege gefunden werden, um etwas zu bekommen, zu erreichen oder Aufgaben zu meistern. Nur wenige dieser Vorgänge durchlaufen eine bewusste Reflexion. Man lernt zu gehen, zu sprechen, zu sitzen, zu kommunizieren, ein Instrument zu spielen, eine Sportart zu meistern, beruflichen Fertigkeiten zu etablieren - und dann wiederholt man diese gelernten, oft rasch adaptierten Handlungsmuster ganz automatisch.

Wie tun wir, was wir tun?

Der Fokus der Wahrnehmung ist beim Handeln zumeist auf ein Ziel gerichtet und Anerkennung vom sozialen Umfeld erhält man gewöhnlich, wenn diese Ziele schnell erreicht sind. Wie aber ist man dabei mit sich selbst im Ganzen umgegangen? Man mag sich mit Selbstverständlichkeit den Vorgängen des Alltags widmen oder konzentriert an der Umsetzung einer anspruchsvollen Aufgabe arbeiten: Man wird sein ganzes Wesen mit seinen physischen und mentalen Aspekten dabei auf eine bestimmte Weise gebrauchen und diesen Gebrauch stets mit einüben – ob man will oder nicht.

Im Fokus der Betrachtung in der Alexander-Technik sind unsere Gewohnheiten, die allzu oft die versteckten Ursachen von Schmerzen, Angespanntheit, Nervosität, Stress und Unmut sind und die sich in unserer Art zu gehen, zu atmen und zu sitzen zeigen. Es ist jenes unreflektiert Gelernte, das das Gefühl erzeugen kann, festgelegt zu sein, nicht weiter zu kommen oder einer Veränderung zu bedürfen

Alexander-Technik eröffnet einen Weg, Gewohnheiten zu verändern

Man lernt von der Alexander-Technik keine Übungen, die einfach nur eine bestimmte Körperfunktion oder die Koordination trainieren. Die Übung besteht darin, seinen Körpereinsatz zu reflektieren und einen Weg aus der Gewohnheit zu finden, während man tut, was man immer tut: gehen, sitzen, ein Instrument spielen… Der Lehrer begleitet diesen Prozess, indem er vorwiegend über Berührung mit seinen Händen „lehrt“. Dies hat nachhaltige Folgen und ist nicht nur eine Sache des Sich-Besser-Fühlens: Die Befreiung aus Gewohnheiten hat entscheidende Auswirkungen auf die Weiterentwicklung von Talenten und Fähigkeiten, auf die körperliche und seelische Gesundheit, auf geistige Präsenz und auf das Reaktionsverhalten.

 

Der Alexander-Technik-Unterricht erfolgt normalerweise als Einzelstunde, und der Erfolg der Methode beruht auf einem Prozess der Veränderung, der von einem Lehrer begleitet wird.

Wachstum ist ein Prozess der Veränderung 

Die Alexander-Technik ist im Kern erzieherische Arbeit, sollte aber in einem sehr fundamentalen Sinne als Basis aller erzieherischen Arbeit und Anpassungsvorgänge des menschlichen Lebens erfasst werden. Sie erklärt den entscheidenden Aspekt wirklichen Lernens, nämlich Veränderung und wie sie wirksam wird. 

 

Alexander-Technik kann als Anleitung zur sensomotorischen Entwicklung sowie als Methode zur Selbsthilfe bei existenziellen Entwicklungsprozessen dienen. Sie lässt sich als Unterrichtsprinzip anwenden, beispielsweise in der Bildung einer Instrumentaltechnik, sie kann bei persönlichen Veränderungsprozessen als orientierungsbildende Maßnahme vermittelt werden, und sie kann bei körperlichen Rehabilitationsprozessen sowie als Präventivmaßnahme die Balance und Regenerationsfähigkeit des Körpers schulen. Trotz dieser Wirksamkeit, die zum Teil mit orthopädischen oder entwicklungspsychologischen Begriffen beschreibbar wäre, ist die Alexander-Technik nicht in die Disziplinen Medizin oder Psychologie einzuordnen. Sie ist eine Form von pragmatischer, auf das konkrete Alltagsleben anwendbarer Individualbildung, mit großer Relevanz für die künftige Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft in einer von wachsender Komplexität geprägten Umgebung. 

Die Inhalte der Alexander-Technik werden in praktischer Anwendung vermittelt

Die Wirkung der Technik geht von der Erkenntnis der Dynamik von Gewohnheit aus. Demnach hängt die Einschätzung einer Aufgabe von der eigenen Wahrnehmung ab, die wiederum durch vorausgegangene, individuelle Versuche und Erfahrungen bereits vorgeprägt ist und so unter Umständen zu einem ineffizienten oder unangemessenen Einsatz der Mittel und Kräfte und somit zu einem unbefriedigenden Ergebnis führen kann. Damit ist ein Kreislauf beschrieben, der gewöhnlich nicht reflektiert wird und sich unter ungünstigen Bedingungen selbst fortpflanzt. Konkrete Anwendungen können misslingen und Entwicklungen stagnieren, solange dieses Bedingungsgefüge aus voreingenommener Wahrnehmung und einseitigem Tun und Reagieren trotz steigender Bemühung bei den weiteren Versuchen nicht gestoppt wird. Gelingt es, dieses Stoppen durch bewusstes Innehalten konstruktiv zu erreichen, erlangt der Mensch die Möglichkeit, seine Wahrnehmung und den Einsatz seiner Kräfte neu auszurichten. Das Prinzip der Alexander-Technik ist nach dieser Definition F.M. Alexanders ein universeller, auf alle Inhalte anwendbarer, in der menschlichen Natur begründeter Vorgang von Lernen und Erkenntnis von Veränderung, der wachgerufen werden und sich selbst erhalten kann.

Eine neue Perspektive auf das Sein

Das Anwendbarkeitsspektrum der Alexander-Technik ist so weit wie das Erfahrungsspektrum menschlichen Tuns. Dadurch ist es möglich, jegliche Aktivität auf eine günstige Basis des Gedeihens zu bringen. Die Anwendung ist immanente Reflexion, die jeder selbst an sich vornehmen kann.